Resonanz

Ab heute startet mein wöchentlicher Blog zu Themen, die mich als Mensch - sowohl beruflich als auch privat - ansprechen, betreffen, beschäftigen. Mein persönlicher Output steht hierbei im Vordergrund - das, was für mich in den Fokus rückt - entprechend meiner Realitätswahrnehmung.

Mein erster Blog setzt sich mit dem Vortrag von Joachim Bauer vom 3.4.2017 auseinander. Bauer hat über "Die Bedeutung guter Beziehungserfahrungen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen" referiert - aus einer neurowissenschaftlichen Perspektive.

Eine zentrale Aussage lautet: familiäre Unterstützung beeinflusst das Wachstum des kindlichen Hippocampus. Generell gesagt: soziale Erfahrung verändert das Gehirn. Das ist nicht neu, aber entscheidend. Was auch nicht neu ist, aber bedeutungsvoll: bei sozialer Ausgrenzung wird die Qual von Schmerz im Gehirn aktiviert. Die Folge ist Aggression, Depression oder Flucht.

Was mich weiterhin beschäftigt, ist das Thema Resonanz. Laut Bauer hat der Erwachsene eine Ausstrahlung auf das Kind, erzeugt Resonanz, kann das Kind "anstecken". D.h. ich komme nicht als Kopf in das Klassenzimmer, in die Beratung, in das Kinderzimmer...sondern als Tier (zitiert nach Bauer). Ich strahle etwas aus - das wird gesehen. Es ist nicht mein Wissen und das, was ich gelernt habe - also der Kopf, es ist meine "Erscheinung". Und auch das Kind löst bei mir als Erwachsenen Resonanz aus - ich habe eine Vision vom Kind. Und schließlich nimmt das Kind wahr, wie es sich im Erwachsenen spiegelt - die Vision erfüllt sich.

Diese Vision ist ganz zentral. Sehe ich jemanden als etwas Einzigartiges mit Stärken und Fähigkeiten oder habe ich die Person schubladisiert und abgehakt. Und das wird wahrgenommen und es erfüllt sich. Und vortäuschen geht nicht, denn nach Freud, "tritt durch alle Poren der Verrat".

Resonanz im Sinne von Präsenz öffnet Möglichkeitsräume mittels Einfühlung und Führung. Was wäre, wenn wir die Räume zu diesen Möglichkeiten öffnen würden???